Nikolaistraße 6 in 02826 Görlitz
Tel: 0 35 81 / 40 53 02
E-Mail: info∂destille-goerlitz.de
Görlitz wurde 1071 das erste Mal urkundlich erwähnt. Im 11. und 12. Jahrhundert sollen sich im Gebiet um den Nikolaiturm überwiegend jüdische Kaufleute angesiedelt haben, die hier lebten und ihren Geschäften nachgingen. So berichtet man davon, im Haus Nummer 6 der Nikolaistraße eine Tuchfärberei vorgefunden zu haben.
Desweiteren heißt es - im Haus der Destille - soll sich ein jüdisches Gebetshaus befunden haben. Was nun wahr ist, darüber lässt sich streiten. Sicher ist jedenfalls, nach dem Mittelalter fand man Handelsniederlassungen, sowie Reste jüdischer Siedlungen und Gemeinden oft in Verbindung mit Nikolaikirchen, bzw. -türmen, zurückzuführen auf deren Schutzpatron Sankt Nikolaus, was wiederum die Aussage einer Handelsstätte bestätigen würde.
Über die vielen Jahre, nachdem die Juden aus Görlitz vertrieben wurden, lässt sich kein Vermerk oder Schriftstück finden.
Erst für das Jahr 1897 erfasste man den Namen Richard Mertin mit dem Anhang Kolonialwaren, Destillation, Nicolaistraße 6.
Aus der Mittelalterlichen Tuchfärberei errichtete man eine Spirituosen-Destillations-Stätte mit Weinverkauf. Ab ca. 1914 führte es Gustav Hildebrandt fort. Bis wann die Türen dieses Destillationsortes geöffnet blieben, lässt sich nur erahnen.
1955 machte sich der Zirkel Görlitzer Heimatforscher an die Restauration des Nikolaiturms, sowie die Erkundung und Wiederentdeckung der Kelleranlagen. Dabei
fanden sie am 11.11.1955 einen Hausbrunnen im Keller der Nikolaistraße 5, welcher hinüber unter das Haus der Destille führt - das sogenannte Jüdische Bad.
In Akten einblickend, erfährt man von einem Abriss des Hinterhauses der Nikolaistraße 6 im Jahr 1959.
1981 begann man schließlich mit der Rekonstruktion, sowie der Modernisierung des Hauses. Seit 1985 ist die Destille als Restaurant für Görlitzer und Touristen geöffnet.